Australian Rowing Championships
In der ersten Märzwoche fanden in Australien die nationalen Meisterschaften statt und da ich zurzeit in Sydney wohne und trainiere war auch eine Wädenswilerin darin vertreten.
Die „Nationals“, wie man hier so sagt fanden in Tasmanien statt. Für alle die Australien nicht so gut kennen: dies ist eine Insel am südlichsten Punkt Australiens. Schaut auf der Karte ziemlich klein aus, ist aber so gross wie die Schweiz. Und so hat es sich auch ein bisschen angefühlt. Als wir gelandet sind war es etwa 10° (und wir sind uns doch etwa 25° mehr gewohnt), sehr windig und regnerisch. Zum glück hat uns unsere Trainerin davor gewarnt und wir waren mit genügen warmen Kleidern ausgestattet.
Als wir dann am nächsten Tag zum Lake Barrington an die Regattastrecke fuhren sah ich noch mehr Schweiz… der Course ist sehr ähnlich zum Rotsee. Grün und Wald auf beiden Seiten, genau 2km lang und genügend breit für 7 Bahnen. Und auch hier konnte man nur auf 1.25km zuschauen da der Rest mit Wald zugewachsen ist. Ich habe mich also sofort heimisch gefühlt. Auch das Wetter hat mich nicht im Stich gelassen und schön 3 Tage durchgeregnet und sich von der kältesten Seite gezeigt.
Gestartet bin ich im U23 Skiff, Dopplevierer und Achter. Leider hiess das auch das ich das erste Rennen des Tages hatte, der U23 Skiff Vorlauf. Somit eröffnete ich die Regatta am Montagmorgen um 8.00 Uhr mit meinem ersten Sieg. Das hat sich schon mal super angefühlt so als erste Gewinnerin der Regatta vom Wasser zu kommen. Und das Glück hat mich die ganze Woche nicht verlassen.
Am Mittwoch fanden die Halbfinale und die Vorläufe für den Doppelvierer statt. Im Skiff konnte ich auch das Halbfinale für mich entscheiden was mir ziemlich viel Selbstvertrauen brachte. Ich dachte nur: „hoppla, jetzt bin ich schon unter den besten 6 Ruderinnen in Australien und kann womöglich um die Medaillen mitfahren – ist ja cool.“ Im Doppelvierer Vorlauf haben wir den 2. Rang erreicht was etwa dem entsprach was wir erwarten konnten.
Am Freitag kam dann endlich das grosse Einer FINALE… ihr könnt euch ja nicht vorstellen wie aufgeregt ich war. Wie üblich bin ich um 4 Uhr früh aufgestanden, hab einen kleinen Spaziergang gemacht, gestrecht und gefrühstückt. Um 4.45 Uhr fuhren wir los zur Regattastrecke, was einer 1-stündigen Fahrt entspricht. Normalerweise würde ich diese ja nutzen um noch ein Nickerchen zu mache aber ich wollte nicht schlafen, ich wollte bereit und wach sein und wenn nötig 10-mal meinen Rennplan durchgehen. Schlussendlich haben meine Trainerin und ich nur noch darüber gelacht und irgendwie waren wir in so einer guten Stimmung, dass uns das Wetter am Lake Barrington gar nichts ausgemacht hat. Es war natürlich wieder kalt und sehr windig. Besser gesagt hammer harten Gegenwind, leichter Regen und tolle Wellen – Super J. Na dann lachen wir mal weiter… Ich ging für ein kurzes Training um mich wachzurudern und an die Bedingungen zu gewöhnen. Noch ein bisschen die Innenhebel verstellen, spinning, strechting und ab aufs Wasser. Ich hatte ein super Rennen. Führte vom 1. Schlag an und kontrollierte das Rennen über die ganze Strecke. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich auf den letzten 200m ziemlich nervös geworden bin, weil ich realisierte das ich mit mehr als einer Länge führte und auf dem besten Weg bin Australische Meisterin zu werden. „Mach jetzt bloss kein Scheiss!!!“ hab ich zu mir gesagt. Die Wellen und der Wind hätten einen Krebs nur zu gut unterstützt… aber stellt euch vor, ich habs geschaft! Ich habe GOLD gewonnen!! Haha, da brauchte ich zuerst mal ne Zeit um das zu begreifen. Als wir dann am Samstag noch den Doppelvierer** (gegen die Nationalmannschaft!) und den Achter gewannen konnte mich nichts mehr vom Cookies und Hamburger essen abhalten. Ich hatte eine geniale Woche und eine positive Erfahrung mehr. 3-fache Australische Meisterin… das habe ich mir doch nicht mal zu träumen gewagt als ich nach Australien ging. Here we go – ein super Gefühl. Bald bin ich wieder zurück, ich freu mich auf euch! Habt ne schöne Zeit und liebe Grüsse, Katja
** ich wollte den Bericht nicht noch laenger machen da es sonst fuer viele nicht mehr interessant ist. Aber fuer alle die an der Doppelvierer geschichte interessiert sind hier noch die Ergaenzung. Eigentlich war ich in einem AIS Doppelvierer gemeldet was sozusagen der Nationalmannschaft entspricht (siehe letzter Bericht). Da diese aber im letzten Moment doch eine andere Athletin reinsetzten wollten musste ich einen neusen 4x finden. Gluecklicherweise bin ich auf die West-Australierinnen gestossen welche noch eine Person suchten. Wir wussten das wir Medaillenchancen haben aber da wir nie zusammengessen sind war es ein bisschen schwierig einzuschaetzen. Im Vorlauf mussten wir dann auch gerade gegen das AIS Boot antreten und haben nur 2 Sekunden auf diese verloren. Wir haben dann fuer den Hoffnungslauf die Plaetze getauscht und haben mich auf Schlagposition gesetzt. Im Finale war dann wieder alles offen und die Bedingungen waren sehr windig (Gegenwind) und wellig. Also haben wir uns vorgenommen moeglichst sauber mit langem Start und mit hoher Schlagzahl durch die AIS durchzufahren. Es ist uns super gelungen und wir haben sogar mit 5 Sekunden gewonnen - crazy. Haetten wir nie gedacht aber war super und der Nationalcoach musste mir gestehen das er wohl doch besser mich im andern Boot gesehen haette. Smile das hat gut getan :P